Formen des chemotherapiebedingten Erbrechens
Man weiß heute, dass beim chemotherapiebedingten Erbrechen verschiedene Vorgänge zu unterschiedlichen Zeitpunkten ablaufen.
Alle Formen können sowohl gemeinsam als auch isoliert vorkommen.
Es ist besonders wichtig, vorbeugend, also vor Beginn der Chemotherapie, Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen einzunehmen.

Das akute Erbrechen ist unbehandelt am häufigsten. Je nach Chemotherapie kann es kurz nach der Chemotherapie einsetzen, aber auch erst Stunden später. Ohne Behandlung kann es in Abhängigkeit von der Emetogenität der Chemotherapie zu vielen Brechepisoden innerhalb kurzer Zeit kommen.
Verzögertes Erbrechen beginnt erst am Tag nach der Chemotherapie, wenn man glaubt, dass das Schlimmste schon vorbei ist, und man wieder zu Hause ist. Dann ist es besonders unangenehm. Verzögertes Erbrechen tritt besonders häufig dann auf, wenn man auch unter akutem Erbrechen gelitten hat.
Antizipatorisches Erbrechen beruht auf negativen Erfahrungen bei einer vorausgegangenen Therapie. Man verbindet einen Gedanken, einen Geruch oder den Anblick des Krankenhauses mit Erbrechen und muss sich dann tatsächlich übergeben, obwohl man noch gar keine erneute Chemotherapie bekommen hat.
Das akute Erbrechen steht stark mit der Freisetzung von Serotonin in Verbindung, während dieser Botenstoff beim verzögerten Erbrechen, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle spielt. Substanz P scheint sowohl in der akuten als auch in der verzögerten Phase des Erbrechens wichtig zu sein.
Im Unterschied zu den beiden soeben beschriebenen Formen ist das antizipatorische Erbrechen eine erlernte Reaktion, die vermutlich nicht über diese beiden Wege gesteuert wird. Es ist daher besonders wichtig, vorbeugend, also vor Beginn der Chemotherapie, Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen einzunehmen, damit der Körper diese Form des Erbrechens gar nicht erst lernen kann.