Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie (Antiemetika)Die moderne antiemetische Therapie besteht heute aus drei Medikamentenklassen, die je nach Bedarf bzw. emetischem Risiko miteinander kombiniert werden.Serotonin-Rezeptor-AntagonistenSTICHWORT Serotonin-Rezeptor-Antagonisten wirken gegen die Übelkeit und das Erbrechen hauptsächlich am Tag der Chemotherapie, Neurokinin-Rezeptor-Antagonisten wirken am Tag der Chemotherapie und an den Folgetagen. Von dieser Stoffklasse, deren Vertreter auch "Setrone" oder "5-HT3-Antagonisten" genannt werden, gibt es inzwischen einige Medikamente, die sich in bestimmten Einzelheiten voneinander unterscheiden. Ihr Arzt wird hier das für Sie am besten geeignete Medikament auswählen.
Neurokinin-Rezeptor-Antagonisten![]() Eine weitere wichtige Klasse von Medikamenten sind die sogenannten Neurokinin-Rezeptor-Antagonisten. Sie blockieren die Wirkung des Neurotransmitters Substanz P. Derzeit gibt es nur ein Medikament auf dem Markt. Dieses Medikament wirkt bei hoch- und moderat emetogener Chemotherapie sowohl in der akuten Phase des Erbrechens, in der es mit Serotonin-Rezeptor-Antagonisten und Steroiden kombiniert wird, als auch in der verzögerten Phase, in der es in aller Regel nur zusammen mit Steroiden gegeben wird. SteroideUnter dem Überbegriff "Steroide" versteht man Kortisonabkömmlinge, die in Kombination mit anderen Antiemetika deren Wirkung verstärken. Der Wirkungsmechanismus der Steroide ist zwar nicht genau bekannt, aber es ist sicher nachgewiesen, dass sie wirksam sind.
Wenn die zuvor genannte "Standardtherapie gegen Übelkeit und Erbrechen" nicht anschlägt, können noch weitere Medikamente zum Einsatz kommen. Hierzu gehören Dopaminantagonisten, Benzodiazepine, Neuroleptika, Antihistaminika und Cannabinoide.
STICHWORT Ihr Arzt wird die für Sie am besten geeigneten Medikamente auswählen. Benzodiazepine haben neben ihrer geringen antiemetischen Wirkung vorwiegend einen angstlösenden Effekt und werden daher gegen antizipatorisches Erbrechen eingesetzt.
Neuroleptika besitzen nur beschränkte antiemetische Wirksamkeit, werden aber gelegentlich verwendet, wenn trotz antiemetischer Prophylaxe bzw. Therapie Erbrechen auftritt.
Antihistaminika werden manchmal angewendet, wenn man ihren beruhigenden Effekt nutzen möchte.
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